Nach vierzig Jahren das Amt aus Altersgründen niedergelegt.

Von Aloys Budde

Sedelsberg: Vierzig Jahre war Hermann Klöver im Amt. Vierzig Jahre hat er sich um die Jugend der Ortsgruppe Saterland im Fischereiverein für den Bezirk der Friesoyther Wasseracht e. V. eingesetzt, betreut und gefördert.

Nun hatte er die Altersgrenze von 70 Jahren erreicht und musste seinen Posten abgeben.

Schweren Herzens hat er die Aufgaben, die sicherlich nicht leichter geworden sind in der heutigen Zeit, an Jens Stammermann übergeben. Dem hat er Unterstützung zugesagt.

Viel hat Hermann Klöver, der bei seiner Frau Edith immer Unterstützung fand, wenn es ums Angeln ging, in den vierzig Jahren bewegt und geprägt. Er war mit Leib und Seele Jugendobmann.

Obmann Glondala: „Wir können ihm gar nicht genug danken für die Tätigkeit. Viele Stunden hat er für die Jugend geopfert und sich für diese eingesetzt, obwohl es nicht immer leicht war, es den Jugendlichen recht zu machen. Trotzdem war er immer für sie da“.

Der Vorstand bedankt sich nochmals bei Hermann Klöver und seine Frau Edith für die geleistete Arbeit. Alle hoffen, dass Hermann und seine Frau Edith der Ortsgruppe noch lange zur Verfügung stehen werden.

Bild: A. Budde


 

Delegiertenversammlung 2020

Welsalarm an der Thülsfelder Talsperre ausgerufen

von Svenja Gabriel-Jürgens

 

Ehrungen für schwerste Fänge: (v.l.) 2. Vorsitzender Alwin Witte, Uwe Niemeyer, Zoe Lübbe, Frank Bahlmann, Jasson Tebben, Stefan Hericks und Bernhard Rühländer

Bösel An der Thülsfelder Talsperre herrscht Welsalarm. Von der Überpopulation des europäischen Süßwasserfisches berichtete Hauptgewässerwart Knut Tholen während der Delegiertenversammlung des Fischereivereins für den Bezirk der Friesoyther Wasseracht in Bösel. Ab sofort gelte für die Angler Entnahmepflicht aller Wels-Fänge.

Der Fisch vermehre sich rasend schnell und sei laut Tholen zudem ein echter Vielfraß. Er verwies darauf, dass es derzeit kein Mindestmaß und keine Schonzeit des Welses gibt. Der Entnahme-Aufforderung bereits im Vorfeld nachgekommen ist Vereinsmitglied Viktor Richter aus Friesoythe. Er wurde für den Fang des schwersten Welses mit über 45 Kilogramm geehrt.

Trotz des Welsalarms blickte der 1. Vorsitzende des Vereins, Martin Horstmann, auf ein erfolgreiches Anglerjahr 2019 zurück. Obwohl extreme Trockenheit geherrscht habe, sei es zu keinem Fischsterben gekommen. Auch die Mitgliederzahlen seien stetig weiter gestiegen – mittlerweile auf über 2000. Auch Jungwart Bernhard Rühländer berichtete von steigenden Mitgliederzahlen im Kinder- und Jugendbereich. Hier zählt der Verein mehr als 250 Mitglieder.

Ebenfalls zu sprechen kam Horstmann auf den Bau eines Vereinsheims in Neuscharrel. Er betonte, wie wichtig es sei, eine „Geschäftsstelle und für Vereinsmitglieder einen festen Anlaufpunkt zu haben“. Der Vorstand erhielt hierzu einen einstimmigen Auftrag von den Delegierten. Wegen der günstig gelegenen Lage an der Marka sei geplant, dort zusätzlich ein Bruthaus zu errichten. So könne auch die Wiederansiedlung des Lachses vorangetrieben werden.

Außerdem auf der Tagesordnung standen Ehrungen. Der ehemalige 1. Vorsitzende Peter Müller wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Neues Ehrenvorstandsmitglied ist Alfred von Wahden, der sich zuvor viele Jahre im Hauptvorstand engagierte.

Mit der goldenen Nadel des Fischervereins Friesoythe ausgezeichnet wurde für seine zehnjährige Tätigkeit als Geschäftsführer des Fischereivereins Ludger Wieborg. Die silberne Nadel überreichte das Präsidiumsmitglied des Landesfischereiverbandes Weser-Ems, Uwe Berding, Günter Glondala von der Ortsgruppe Saterland.

Ehrungen für besondere Verdienste: (v.l.) 1. Vorsitzende Martin Horstmann, Peter Müller, Ludger Wieborg, Alfred von Wahden und Günter Glondala

Ein kleines Dankeschön an Markus Bohmann und Knut Tholen für die Vorbereitung und Unterstützung des Fehrnsehteams vom NDR beim Film Rute raus, der Spaß beginnt mit den Monstern der Thülsfelder Talsperre

Bericht: NWZ 21.02.2020, Bilder: Andrea Batke Gehrmann,


 

Die Nase ist der Fisch des Jahres 2020

Nasen mit Laichausschlag Foto: Rainer Kühnes

Die Nase (Chondrostoma nasus) ist Fisch des Jahres 2020. Anders als Forelle, Stichling oder Aal ist die Fischart Nase in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Mit der Wahl dieser in Deutschland regional stark gefährdeten und lokal bereits verschwundenen Fischart machen der Deutsche Angelfischerverband (DAFV), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) auf eine bedrohte Fischart aufmerksam, die für Flüsse mit kiesigem bis felsigem Untergrund in der sogenannten Äschen- und Barbenregion typisch ist.

Die Nase hat ihren Namen von dem nasenähnlich geformten Aufsatz auf ihrer Oberlippe, eine Anpassung an ihre Lebensweise. Sie ist ein Friedfisch, ernährt sich von Algen, die sie von Steinen und Kiesbetten abweidet. So wie Schnecken die Glasscheiben im Aquarium putzen, so hält die Nase glatte Oberflächen im Gewässer algenfrei. Sie war noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein Fisch, der in schnell fließenden Gewässern sehr häufig vorkam, und auch „Brotfisch“ der Berufsfischer an der Donau genannt wurde. Heute sind Schwärme von hundert Fischen bereits eine Seltenheit. Weil die Laichhabitate entweder nicht mehr funktionsfähig sind oder aufgrund von Querbauwerken nicht mehr erreicht werden können, kann in geeigneten Gewässern der Besatz mit gezüchteten Jungtieren sinnvoll sein. Auch auf Verschmutzungen der Gewässer durch Schadstoffe sowie übermäßige Feinsedimenteinträge reagieren Nasen empfindlich.

„Nasen gehören wie auch die Barben zu den Karpfenfischen. Beim Abweiden der Algen von Steinen und Kies lagern sie den Gewässergrund um und verhindern damit die Bildung von Faulschlamm. Kiesbetten dienen vielen Fischarten, den Nasen und Barben aber auch den Salmoniden wie dem Lachs als Laichbetten. Nasen haben somit eine wichtige Funktion in unseren Fließgewässern. Ohne geeignete Laichhabitate können Fische nicht ablaichen und sich nicht vermehren. Für die Vermehrung der vielen Kieslaicher unter den Fischen ist ein guter Bestand an Nasen eine wichtige Voraussetzung,“

Dr. Christel Happach-Kasan, Präsidentin des Deutschen Angelfischerverbandes

 

„Um den Schutz der Nase zu verbessern, müssen Wanderhindernisse in den Flüssen abgebaut oder passierbar gemacht werden und naturnahe Ufer, Kies- und Schotterbänke wiederhergestellt werden. Dies fordert auch die Europäische Wasserrahmenrichtlinie für unsere Flüsse. Nur wenn die ganze Vielfalt von Strukturen und Lebensräumen vorhanden und erreichbar ist, können sich die Fischbestände – nicht nur die der Nase – langfristig wieder erholen. Die Nase steht daher stellvertretend für die gesamte Fischartengemeinschaft“

Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz

 

Zahlreiche Studien belegen, dass die Verbauung von Gewässern die wichtigste Ursache für den Rückgang der Nasenpopulationen ist. Die Schwärme erreichen keine geeigneten Laichplätze, sodass sie sich nicht mehr fortpflanzen und die Populationen überaltern. Angesichts der regional starken Bedrohung ist es dringend erforderlich, die Forderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie weiter zügig in Maßnahmen umzusetzen und die Gewässer wieder durchgängig zu machen und natürlicher zu gestalten.

Dass dies Erfolg haben kann und Nasenpopulationen sich erholen, zeigen die wenigen Beispiele, in denen ein Rückbau von Wehren stattgefunden und sich dadurch die Bestände wieder deutlich erholt haben. Die Nase kann daher als ein guter Indikator für den Erfolg von Renaturierungsmaßnahmen angesehen werden.

DAFV


 

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